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Digitalpianos
Digitalpianos oder Elektronische Klaviere erfreuen sich zunehmender
Beliebtheit, aufgrund folgender Vorzüge:
- Sie sind transportabel
(allerdings sollte man beachten, dass sie aufgrund ihrer empfindlichen
Elektronik und ihrer billigen Gehäusebauweise nicht zu häufig transportiert
werden sollten).
- Sie müssen nicht gestimmt
werden
- Man kann jederzeit spielen
(mit Kopfhörer), ohne die Nachbarn oder andere Familienmitglieder zu stören
(allerdings mit der Einschränkung, dass manch einen das Tastengeklapper
mehr stört als das eigentliche Klavierspiel).
Einige der Vorteile von Digitalpianos beruhen jedoch
auf Irrtümern:
- Das Digitalpiano ist billig.
– Ist es höherwertig, trifft dies nur bedingt zu, denn mit etwas Glück
bekommt man für den Preis eines guten neuen Digitalpianos auch schon ein
Gebrauchtklavier. Vergleicht man die Lebenserwartung von Klavier und
Digitalpiano, dann ist ein richtiges Klavier billiger, denn ein Digitalpiano
ist nach spätestens 15 Jahren zum Elektronikschrott mutiert, während ein
klassisches Klavier bis zu 100 Jahre alt werden kann.
- Es nimmt weniger Platz weg.
– Das ist eindeutig falsch, denn der Stellplatz für ein Digitalpiano mit 88
Tasten (etwas anderes käme als Klavier-Ersatz gar nicht in Frage) ist nicht
geringer als der eines Klaviers, weil eine Standard-Tastatur immer
Klavierbreite verlangt und das Klavier allenfalls in der Tiefe, je nach
Größe, ein paar Zentimeter mehr haben kann und lediglich deutlich höher ist,
was mit Stellplatz und Platzmangel nichts zu tun hat.
Digitalpianos haben auch deutliche Nachteile:
- Die Anschlagsdynamik
sorgt zwar dafür, dass der Ton lauter, bzw. leiser wird, je nach
dem wie fest man anschlägt, aber das eigentliche Spielgefühl, dass ein
richtiges Klavier vermittelt (hier fühlt man in der Taste das Anschlagen des
Hammers gegen die Saite) erfährt der Spieler nicht. Dabei sollte gerade der
Anfänger ein Klavier ertasten können, um das Feingefühl für den richtigen
Anschlag zu erlernen. Denn schon innerhalb der ersten Spielsekunden ist zu
erkennen, ob der Spieler an einem echten oder an einem Digitalpiano gelernt
hat. Ich möchte hier noch explizit darauf aufmerksam machen, dass mit der
Anschlagdynamik sich nicht nur die Lautstärke, sondern auch die Klangfarbe
verändert.
- Die Klangabstrahlung beim
Digitalpiano über die meist nicht sehr hochwertigen Lautsprecher, ist nicht
mit der Qualität der Klangerzeugung des komplexen Resonanzbodensytems eines
akustischen Klaviers zu vergleichen. "Täuschend echt" klingt es nur solange
der Vergleich mit einem richtigen Klavier fehlt.
- Das Spiel über Kopfhörer
bzw. über künstlich reduzierte Lautstärke entspricht nicht den
akustischen Gegebenheiten natürlichen Musizierens und ist für
fortgeschrittenes Üben kaum geeignet, da auch das Raumklangerlebnis fehlt.
- Die Mechanik eines
digitalen Instruments ist nur eine billige Vortäuschung einer echten
Klaviermechanik, auch wenn sie "gewichtet" ist. Die tatsächlich
bewegten Massen in einer richtigen Klaviermechanik bewegen sich in einer
ganz anderen Dimension und daher gelten hier ganz andere physikalische
Gegebenheiten (Massenträgheit).
Wäre es möglich, das Klavier durch das
Digitalpiano zu ersetzen, so brauchte man auch nicht die schweren Konzertflügel
oder Klaviere zu den jeweiligen Veranstaltungsorten mühsam zu transportieren, um
sie dann anschließend auch noch stimmen zu müssen.
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