31. Dezember 2010
| 00:10 Uhr
| von Bert
Schüttpelz
FELDSTADT/PAULSSTADT
- Der Name Perzina ist
in Schwerin jedem Kind
bekannt, im
gleichnamigen Haus hat
die Stadtbibliothek
ihren Sitz, der
Perzinasaal ist gern
genutzter Lesesaal und
beliebter Konzert- und
Veranstaltungsort. Einst
hatte in dem
Gebäudekomplex in der
Wismarschen Straße 144
die Piano-Fabrik der
Gebrüder Perzina ihren
Produktionsstandort.
1871 vom Zittauer
Klavierbauer Julius
Perzina und seinem
Bruder Albert als
Hof-Pianoforte-Fabrik
Schwerin gegründet,
wurden dort insgesamt
mehr als 30 000 Klaviere
und Flügel hergestellt.
Die Marke war weit über
Mecklenburg hinaus
bekannt und gefragt.
Doch die große
Weltwirtschaftskrise
überstand das
Unternehmen nicht. Die
Fabrik ging ein.
Nicht jedoch das
technische Wissen um die
Herstellung guter
Instrumente. Der
Rostocker Pianist und
Musikalienhändler
Andreas Langermann stieß
auf einer Messe auf ein
Klavier der Marke
Perzina - und der Name
kam dem Mecklenburger
bekannt vor. "Ich machte
mich auf die Suche, nahm
Kontakt mit einer
83-jährigen Frau Perzina
in Süddeutschland auf,
der Ehefrau des letzten
Enkels des
Firmengründers, und fand
heraus, dass die
heutigen Perzina-Pianos
noch immer nach den
alten Bauplänen
hergestellt werden",
erzählt Langermann.
Produziert würden die
Instrumente allerdings
weder in Schwerin noch
andernorts in
Deutschland, sondern in
China. Indes: Neben den
Bauplänen kommen auch
die entscheidenden
Bauteile aus Deutschland
bzw. Europa: die
Mechanik, die Saiten und
selbst die
Resonanzböden, die in
Österreich gefertigt
werden. In Fernost
erfolge nur der
Zusammenbau.